Kindertagesstätten

Zwei Kinder schauen Arm in Arm in die Kamera

Von Anfang an „einfach dazugehören“.

Für die Jüngsten ist es besonders wichtig, das Dazugehören von allen kleinen und großen Menschen zu erleben. Für die einen, damit sie weniger Ausgrenzung, Sortierung und Sonderbehandlung erfahren. Und für die anderen ist es elementar zu erleben und zu erkennen: Es ist ganz normal, dass wir verschieden sind.

Im Bereich von Kindergarten/Kindertagesstätte ist international schon länger der Blick auf ein inklusives Miteinander gerichtet. Hilfreiche Materialien wie der „Index für Inklusion“ wurden entwickelt. Die Umsetzung in der Praxis braucht allerdings noch vielfältige Unterstützung und mutmachende Beispiele. Gewinnen können dabei letztendlich alle in unserer Gesellschaft, in der wir in Zukunft leben – nicht nur die Kleinen.

Handreichungen

Für eine allererste Orientierung oder den Einstieg ins Thema „Inklusion“ in Einrichtungen für Kinder, mit dem Team, Eltern oder dem Träger empfehlen sich die Thesen zum Inklusionsbegriff nach Prof. Dr. U. Rabe-Kleberg.

Ausführliche Erläuterungen gibt ein Vortrag von Prof. Dr. Rabe-Kleberg: Warum Inklusion? Und mit welchem Ziel? 17 Thesen [PDF]

Intensiv beschäftigen sich die aufgeführten Handreichungen mit Theorie und Praxis:

Auftrag Inklusion – Perspektiven für eine neue Offenheit in der Kinder- und Jugendarbeit. Inhaltliche Grundlagen, Handlungsempfehlungen und Anregungen für die Praxis

Cover Auftrag Inklusion

Inklusion ist ein Auftrag. Ein Auftrag an alle Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendarbeit und auch an alle Kinder und Jugendlichen selbst. Damit Kinder und Jugendliche gleichberechtigt teilhaben können, braucht es verschiedene Wege, Möglichkeiten und Methoden. Diese Vielfalt kommt in der Broschüre vor. Die Broschüre ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil beschäftigt sich mit den inhaltlichen Grundlagen von Inklusion und bietet eine Standortbestimmung an. In der Standortbestimmung sind 12 Fakten formuliert, welche sich mit Grundlagen von Inklusion und der Verantwortung der Kinder- und Jugendarbeit auseinandersetzen.

Der zweite Teil ist praxisnah. Es gibt einen Inklusionscheck mit Fragen aus den verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit. Unterlegt sind diese Fragen mit konkreten Beispielen aus der Praxis. Es gibt eine lange Literaturliste mit Tipps zum Weiterlesen und Hinweise zu Fördermöglichkeiten durch Aktion Mensch.

Die Broschüre ist ein Ergebnis eines gemeinsamen Projektes der Aktion Mensch, der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland und der Diakonie Deutschland.

Hrsg.: Aktion Mensch, Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend Deutschland, Diakonie Deutschland (2015)

  1. Auftrag Inklusion [PDF]
  2. Inklusionscheck [PDF]

Sächsisches Landesmodellprojekt „Inklusion an Sächsischen Kindertageseinrichtungen“

Ein wissenschaftlich begleitetes vierjähriges Projekt im Auftrag des Staatsministeriums für Kultus (2013-2016). Die wichtigsten Ergebnisse wurden im Abschluss- und Ergebnisbericht vom Frühjahr 2017 veröffentlicht:

  • Öffentlichkeitsarbeit für ein breites Inklusionsverständnis
  • Landesweite Fachveranstaltungen
  • Regionale Fachveranstaltungen
  • Praxis für Praxis
  • Schulungsmaterialien
  • Beratung von heilpädagogischen Einrichtungen
  • Informationsmaterial für Eltern

„Im Rahmen der ersten Phase des Landesmodellprojektes wurden Strukturen und Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Inklusion als auch Qualitätskriterien für die Weiterentwicklung von integrativen zu inklusiven Ansätzen erarbeitet.“

Für die zweite Phase ist angestrebt, diese Erkenntnisse zu verbreiten und in ganz Sachsen für die Entwicklung von inklusiven Kindertageseinrichtungen Unterstützungsmaßnahmen und Materialien zu etablieren. Als Handlungsfelder werden genannt:

Die Projektleitung wird zwei sächsische Kindertageseinrichtungen, die sich der inklusiven Pädagogik öffnen möchten, bei der Einführung des „Index für Inklusion“ unterstützen und die Ergebnisse des Prozesses zur Verfügung stellen.

Die Berichte zum Downloaden und ein Film zum Projekt finden sich auf der entsprechenden Website des Ministeriums: www.inklusion-sachsen.de

Index für Inklusion (Tageseinrichtungen für Kinder) Lernen, Partizipation und Spiel in der inklusiven Kindertageseinrichtung entwickeln

Cover Index für Inklusion

von Tony Booth, Mel Ainscow und Denise Kingston

Die Arbeit mit dem Index (Fragenkatalog) ist idealerweise ein gemeinsames Unternehmen von Eltern, Kindern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (und Trägern). Zu diesem Entwicklungsprozess gibt es eine Anleitung zur Arbeit mit dem Index, Indikationen (Merkmale/Erkennungszeichen) und Fragen, entlang derer die eigene Bestandsaufnahme gemacht werden kann.

Der Index enthält eine umfangreiche Sammlung von Indikatoren für Inklusion in allen Bereichen einer Kindertageseinrichtung: Arbeitsschritte mit Zeitangaben, Listen, Beispiele für Elternbriefe, Erhebungsbögen/Fragebögen für alle Beteiligten – auch für die Kinder.

Angelegt ist die Arbeit mit dem Index als ergebnisoffener Prozess der jeweiligen Einrichtung, daher als Entwicklungshilfe für die eigene Einrichtung im Format Din A4 (Anpassungsmöglichkeit).

Hinweise:

  • Der Index ist aus der für die Schule verfassten Version herausgegangen. Grundstruktur und Arbeitsprozess sind in beiden Versionen gleich, die Materialien allerdings speziell in dieser Version auf Kindertageseinrichtungen abgestimmt.
  • Es ist die deutsche Ausgabe des englischen Originals, keine an deutsche Verhältnisse angepasste Version. Daher tauchen typische englische oder britische Besonderheiten auf. Die Herausgeberin hat daher im Anhang deutsche Literatur und einschlägige Gesetze ergänzt. 

Lust und Mut zur Inklusion in Kindertageseinrichtungen. Handreichung zur Öffnung von Kindertageseinrichtungen für Kinder mit Behinderung

Cover Lust und Mut zur Inklusion

Mit vielen Praxisbeispielen will die Broschüre ermutigen, sich selbst auf den Weg zu machen. Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Impulsfragen zur Reflexion der eigenen Haltung und der beruflichen Praxis. Diese Handreichung ist als Unterstützung und Anregung für Kindertageseinrichtungen gedacht, Zielgruppe sind vorrangig Pädagogen. Die lebendige Darstellung eignet sich ebenso für interessierte Eltern und Träger.

Im Vergleich zum Index, der Indikatoren als Listen zur Bestandsaufnahme enthält und  offene Impulse gibt, ist diese bayrische Handreichung (mit einigen regionalen Besonderheiten) ein Fließtext mit Arbeitsanweisungen ähnlich einem „Rezeptcharakter“, die z.T. noch fachlich begründet/erläutert werden. 

Hrsg.: Staatsinstitut für Frühpädagogik/Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (2015)

Verschieden und doch gemeinsam. Momentaufnahmen inklusiver Arbeit in der EKKW

Cover Handreichung Verschieden und doch gemeinsam

Das umfangreiche Heft beschäftigt sich mit Inklusion in der KiTa, Schule, Konfirmandenarbeit, Kirchenmusik und Gehörlosenseelsorge. Es gibt außerdem eine Einführung zum Paradigmenwechsel von der Integration zur Inklusion. Für die inklusive Konfirmandenarbeit empfiehlt die Handreichung, auf Elementarisierung und auf Rituale zurückzugreifen. Auch die Einbeziehung eines Teams empfiehlt sie.

Das Heft geht auch auf Elternarbeit und Gruppenprozesse ein, beschreibt verschiedene Formen der inklusiven Konfirmandenarbeit und berichtet von Beispielen und Erfahrungen aus der Praxis. Die grundsätzliche Haltung zur Inklusion und das Suchen nach individuellen Lösungen wird immer wieder hervorgehoben.

Geeignet zur allgemeinen Orientierung, für Kirchenvorstände oder auch für die Elternarbeit. Für die Arbeit in einer Kindertageseinrichtung ist es kein ausreichender Handlungsleitfaden. 

Hrsg.: Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (2014)

Praxisbeispiele

Cover Malbuch Mal anders

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr…“ Ich denke, Sie kennen diesen Spruch und wissen, in welchen Situationen er gebraucht wird. Diese Worte stimmen und stimmen auch nicht. Gerade beim Thema „Leben mit Behinderung“ bekommen diese Worte einen wichtigen Stellenwert: Kinder lernen, lernen fürs Leben und durch das Leben.
Viele Erfahrungen werden dabei nicht „erwachsenentechnisch“ reflektiert, sondern getestet und ins eigene Leben übernommen. Kinder machen keine Unterschiede zwischen Menschen. Sie lernen Menschen vorbehaltlos kennen. Das können Erwachsene von ihnen lernen. Allerdings kommen Menschen mit Behinderung in der Lebenswirklichkeit meist nur am Rand oder in spezieller Literatur vor. Der Cartoonist Phil Hubbe schlägt da einen ganz alltäglichen Bogen mit seinen Bildern: Kinder mit und ohne Behinderung werden in alltäglichen Begebenheiten gezeigt. Vielleicht fällt den Kindern die Behinderung erst gar nicht auf? Auf alle Fälle sind Herrn Hubbes Bilder einfach schön anzusehen, gut auszumalen und regen zum Austausch an.

Literaturhinweis

Alle Titel sind in der Bibliothek des Landeskirchenamtes ausleihbar.

  • Petra Wagner (Hrsg.): Handbuch Inklusion: Grundlagen vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung, Freiburg; Basel; Wien: Herder 2013.